Gynäkologische Infektionen Teil 2

CME Zertifizierte Fortbildung

W. Mendling
Deutsches Zentrum für Infektionen In Gynäkologie und Geburtshilfe, Wuppertal

Gynäkologische Infektionen Teil 1

Teil 2: Zervizitis, Salpingitis und Herpes genitalis

Zusammenfassung

Gonorrhö (GO) und die genitale Infektion durch Chlamydia trachomatis D–K (CT) sind sexuell übertragbare Erkrankungen (STD). Die GO wird bei Risikogruppen wieder häufiger beobachtet und muss resistenzgerecht behandelt werden. CT ist bei jungen Frauen häufig. Wegen der Risiken für Frühgeburt, Salpingitis, Tubargravidität und Infertilität wurde in Deutschland ein (umstrittenes) Screening eingeführt. Die Salpingitis sollte laparoskopisch gesichert
werden. Chlamydien und Gonokokken sind häufig nur in den Tuben, nicht aber mehr in der Zervix nachweisbar und erfordern eine Partnertherapie. Der Herpes genitalis verursacht beim Primärinfekt besonders durch Herpes-simplex-Virus (HSV) Typ 2 drei Wochen dauernde heftige Beschwerden. Wenn Schwangere ohne HSV-Antikörper durch eine HSVpositive Kontaktperson präpartal erstmals infiziert werden, kann das Neugeborene durch intra-/
perinatale Infektion an einem Herpes neonatorum erkranken. Deshalb sollen Schwangere ohne Herpesanamnese bei Symptomen des Partners Orogenitalkontakte meiden und Kondome benutzen lassen. Schwangere mit Herpesanamnese sollten vier Wochen vor dem Geburtstermin zur Rezidivprophylaxe und zur Vermeidung einer Sectio täglich 4×200 mg p.o. Aciclovir (nach Empfehlungen der Centers for Disease Control and Prevention, CDC, 3×400 mg) einnehmen.

Schlüsselwörter

Zervizitis · Gonokokken · Chlamydien · Salpingitis · Herpes genitalis

Nach Lektüre dieses Beitrags ist Ihnen bekannt, das

  • Zervizitis und Salpingitis durch Aszension aus der gestörten Vaginalflora entstehen.
  • ist Ihnen geläufig, dass etwa jede zehnte Chlamydienzervizitis aszendiert zur Salpingitis, die möglichst laparoskopisch gesichert werden soll, auch weil Chlamydien in etwa 25% Verursacher der Salpingitis sind, aber in fast der Hälfte der Fälle nur in der Tube und nicht mehr in der Zervix nachweisbar sind.
  • wissen Sie, dass Gonokokken zwar selten geworden sind, aber zunehmend Resistenzen entwickeln, z. B. gegen Ciprofloxacin, und dass sie deshalb kulturell diagnostiziert werden müssen.
  • ist Ihnen bewusst, dass der Herpes genitalis beim Primärinfekt besonders durch Herpessimplex- Virus (HSV) Typ 2 drei Wochen dauernde heftige Beschwerden hervorruft.
  • wissen Sie um die Gefahr einer Infektion des Neugeborenen bei Primärinfekt einer Schwangeren ohne HSV-Antikörper.
  • beherrschen Sie die antivirale Therapie bei Primärinfektion, episodischen und chronischen Rezidiven.

Zervizitis und Salpingitis

Zervizitis
Die Zervizitis ist eine Entzündung der intrazervikalen Drüsen und deren Ektopie. Sie kann durch Neisseria gonorrhoeae (NG), Chlamydia trachomatis (CT) sowie polymikrobiell aerob-anaerob verursacht sein.

Gonorrhö
Die Gonorrhö ist eine nicht (mehr) meldepflichtige sexuell übertragbare Erkrankung („sexually transmitted disease“, STD). Die Häufigkeit der Gonorrhö in Deutschland ist seit Abschaffung der Meldepflicht im neuen Infektionsschutzgesetz vom Juli 2000 unbekannt und liegt vermutlich unter 1% bzw. bei 10 bis 20 Fällen/100.000 Einwohner. Zusammen mit der Syphilis ist die Inzidenz der Gonorrhö aber in besonderen Risikogruppen, z. B. bei homosexuellen Männern, angestiegen. Typisch ist rahmig-eitriger zervikaler Fluor mit ödematöser, geröteter Ektopie. Allerdings sind die meisten Frauen nach wenigen Tagen symptomlos. Beim Mann wird der „Bonjour-Tropfen“ aus der Urethra schon eher bemerkt.

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By | 2017-04-04T07:22:32+00:00 April 4th, 2017|Aktuelles|0 Comments